Ohayo Gozaimasu Nippon

Coming of Age Day | Mittwoch, 16 Januar 2008

Der Coming of Age Day… oder 成人の日 (Seijin no hi) war an diesem Montag. Der zweite Montag in jedem Januar ist der Tag in Japan, wo alle Jugendlichen, die bis zum März des Jahres 20 werden oder schon geworden sind, feiern dürfen. Es ist in etwa mit einer Jugendweihe vergleichbar, nur für ältere Jugendliche. Mit 20 gilt man hier als Erwachsen, man darf wählen und Zigaretten kaufen etc… also 2 Jahre später als bei uns. (Das soll aber bis 2011 oder so auf 18 abgesenkt werden)

Ich habe mich mit Kamyar und Ami getroffen, Ami nahm an der offiziellen Feier teil und wir durften sie begleiten und da mal reinschnuppern. Ami war komplett im Kimono gekleidet, sah sehr schick aus. Überhaupt habe ich an diesem Montag so viele Kimonos wie noch nie zuvor gesehen.
Wir sind nach Kawagoe gefahren und dort dann mit kostenlosen Bussen zu einer großen Festhalle gefahren, wo sich die Jugendlichen mit Eltern und ein paar Offiziellen Gästen versammelt haben. Die Halle war gerappelt voll, obwohl ja nur die Jugendlichen aus Kawagoe und Umgebung teilgenommen haben… in anderen Großstädten wird da sicherlich noch weitaus mehr los sein (zum Vergleich Kawagoe hat 300.000 Einwohner, ich schätze es waren um die 2000 Jugendliche da). Hier mal Bilder aus der Festhalle, wo verschiedene Gäste dann Ansprachen hielten!

Coming of Age Day - 1       Coming of Age Day - 2
Die Ansprachen waren eher uninteressant, ich hab einiges übersetzt bekommen, da ging es am Anfang darum, wie teuer doch die Festhalle gewesen ist… oder wie verstopft die Straßen auf dem Hinweg waren… absolut losgelöst vom Thema des Tages hat der Bürgermeister da rum erzählt🙂
Am Ende gab es dann noch ein paar Worte zur guten Zukunft, wenn man sich anstrengt und viel Arbeitet und so weiter. Einschwörung auf die Leistungskultur …

Zum Ende zu haben sich auch zwei Jugendliche ins Buch der Stadt eingetragen, so ähnlich wie bei uns, wenn die neuen Studenten anfangen und sich bei der Immatrikulationsfeier ins Uni-Buch einschreiben.

Coming of Age Day - 3

Danach sind alle raus gegangen und haben Photos gemacht und sich mit Freunden getroffen. Hier mal Photos von unserer Truppe, mit dabei ist der Sohn von Amis Tante, ein niedlicher kleiner Junge, mit dem ich versucht habe Japanisch zu sprechen… aber selbst mit seinen 3 Jahren konnte er natürlich weitaus mehr Japanisch als ich und Kamyar zusammen! Zum Glück hatten wir ja eine Übersetzerin dabei🙂

Coming of Age Day - 4       Coming of Age Day - 5
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Auf dem letzten Bilder sieht man auch sehr schön die große Schleife auf der Rückseite des Kimonos. Das ist traditionell so gewachsen und sehr wichtig. So ein Kimono kann man kaufen (sehr teuer…) oder ausleihen, wobei ausleihen bei den hohen Preisen eher angesagt ist. Zumindest wenn man nur einen Kimono für eine der traditionellen Veranstaltungen braucht. Einen Kimono anfertigen zu lassen, kostet zwischen 75.000 Yen und 750.000 Yen, wobei nach oben wohl keine Grenzen gesetzt sind…

Ami hat draußen dann noch ein paar Freunde getroffen und später sind wir mit dem kostenlosen Transferbus (von der Stadt gesponsert) wieder rein gefahren. Dann sind wir noch ab in ein Sushi Restaurant gegangen und haben lecker gegessen. Nachmittags sind wir noch zu einem Tempel gefahren, jeder Japaner soll ja im Januar zumindest einmal zu einem Tempel gehen und für ein gutes Neues Jahr beten. Bei der Gelegenheit habe ich auch wieder eines der buddhistischen Spiele gemacht, wo man für 100 Yen einen Zylinder mit ganz vielen Stäbchen drin schüttelt. Dann holt man eines der Stäbchen raus (da kommt der Zufall ins Spiel) und auf dem steht eine Nummer. Mit der kann man sich dann aus vielen Fächern einen bestimmten Zettel (mit der selben Nummer) aussuchen und dort steht dann drauf, dass man viel Glück, ein bisschen Glück, etwas Pech oder viel Pech hat.

Das haben wir mit Andreas schon mal in Asakusa gemacht… und zum Erstaunen unserer japanischen Begleitungen hatten wir beide damals die Pechzettel gezogen! Das hatten sie damals noch nicht gesehen, dass zwei Leute hintereinander Pech gezogen hatten. Andreas damals ein bisschen Pech, ich viel viel Pech🙂
Naja und diesmal… wie hätte es anders sein können.. ich habe wieder die Pech Karte gezogen. Allerdings nur die mit wenig Pech! Ich steigere mich also. Ein anderes Mädchen im Kimono war mit ihren Eltern da und hatte zwei mal hintereinander die große Pechkarte gezogen… sie war echt am Boden zerstört! Die schlechten Zettel nimmt man dann und bindet sie an Leinen, wo sie dann von den Mönchen des Tempels verbrannt werden, womit das Pech auch verschwinden soll…

Alles in allem also ein sehr schöner Tag, wo ich die Gelegenheit hatte, mal in so typische Aktivitäten japanischer Jugendlicher reinzuschnuppern!


Veröffentlicht in Erkenntnisse, Freizeit

4 Kommentare »

  1. Sehr hübsch das Mädel.
    Und das tolle Erlebnis, dass kleine Kinder besser als man selbst sprechen, kenn ich doch irgendwo her… Ha, dafür konnte ich Wörter wie Fachwörter sagen, die die kleinen Kinder bestimmt nicht kannten… Jawoll…

    Kommentar von mf — Mittwoch, 16 Januar 2008 @ 11:57 pm

  2. Mist verschrieben…

    Kommentar von mf — Mittwoch, 16 Januar 2008 @ 11:57 pm

  3. Hmm soll ich deinen Tippfehler korrigieren?

    Jedenfalls schlagen mich hier alle um Längen wenn es um Japanisch geht… weder bei Fachwörtern (wo hier auf Arbeit zum Glück meist Englisch genutzt wird) noch beim alltäglichen komm ich da auf einen grünen Zweig🙂 Aber wenn ich 2 Jahre hier leben würde, könnte ich sicherlich auch etwas besser Japanisch sprechen! (hoffe ich mal)

    Ich muss auch sagen, dass es einem neben der Arbeit schwer fällt, noch eine Fremdsprache zu lernen… Auslandssemester sind wohl weitaus besser geeignet. Und Spanisch ist im Vergleich für Europäer wohl auch einfach zu erlernen als Japanisch

    Kommentar von novarider — Donnerstag, 17 Januar 2008 @ 11:32 am

  4. quatsch, aprender español es muy, muy dificil !

    Kommentar von mf — Montag, 21 Januar 2008 @ 5:17 am


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