Ohayo Gozaimasu Nippon

Ein musikalischer Samstag – Teil 1 | Montag, 4 Februar 2008

Der letzte Samstag war wirklich vollgepackt mit tollen Sachen… und weil ich viele Photos gemacht habe, ist der Artikel wieder mal auf einer extra Seite zu finden…

Ich habe mich mit den beiden schwedischen Praktikanten gegen 11 Uhr getroffen, wir sind dann erstmal nach Tokyo rein gefahren, genauer nach Ueno. Dort haben wir ein American Dinner Restaurant gesucht und gefunden, das wurde uns von einem Arbeitskollegen empfohlen. Der eine Schwede ist ein kleiner Mäkelfritz, er isst prinzipiell nichts, was er nicht schon vorher mal gekostet hat, ganz egal, ob andere es auch essen und nicht davon sterben🙂 Naja er ernährt sich hier hauptsächlich von McDonalds, Donuts und Fleisch. Deswegen fällt ein Besuch in einem japanischen Restaurant auch immer flach, wenn er dabei ist. Sein Wunsch war dann der Besuch in diesem American Dinner, also sind wir ab dahin gegangen.

Gleich im Eingangsbereich saßen zwei etwas dicke (ich will nicht sagen fett, aber sie sahen wie Sumos aus) Amerikaner. Woran habe ich erkannt, dass sie Amerikaner waren? Naja ich kenne sonst keine Touristen, die mit Stars and Stripes auf der Jacke aufgestickt rumlaufen… und generell habe ich mir so immer Amerikanische Touristen vorgestellt. Das ganze Restaurant war mit Touristen gefüllt.
Wir haben nach einigem überlegen ein paar Appetizer bestellt. Die waren allerdings (für Japan) ungewöhnlich groß, ich war nach meinem Anteil an Käse-überbackenen Pommes und Pilzen (im Teigmantel – sehr lecker) schon ziemlich satt. Als Hauptspeise habe ich dann einen halben Salatteller mit Hühnchenstreifen genommen, der war aber auch sehr groß. Unser Mäkelschwede hat ein Tenderloin Steak gewählt, was ihm auch gut geschmeckt hat. Aber natürlich (ich habe es noch nie anders bei ihm erlebt) hat er ein paar Stücke aussortiert und sich über die beschwert… seine Geschichten, wie er von „schlechtem“ Essen auch schon öfter sich übergeben musste, fand ich dann nur noch komisch. Es gibt Menschen, die man leiden kann und andere, mit denen man auf keinen grünen Zweig kommt🙂

Naja jedenfalls sind wir danach dann in Richtung Technik- und Naturkunde Museum gegangen, das war unser erstes großes Ziel für Samstag. Auf dem Weg dahin haben wir ein paar Chinesische Artisten gesehen, die im Ueno Park eine Show aufgeführt haben. Besonders die Stretchübungen einer Chinesin haben bei mir Rückenschmerzen hervorgerufen🙂 Kostprobe gefällig?

Ueno - 1       Ueno - 2
Eine ihrer Aufwärmübungen (Beine über den Kopf) habe ich nur auf Video… das sah echt krass aus. Wir wollten uns dann jedenfalls weiter auf den Weg zum Museum machen und wurden von einem Japaner mit Kamera auf Englisch angesprochen. Er hat uns ein paar Sachen gefragt und hat uns dann eingespannt, mit „neuartigen“ Musikinstrumenten (Handys) bei einem kleinen Musikvideo einer „aufstrebenden“ Sängerin mitzumachen. Klingt komisch??? Okay dann erkläre ich das noch mal langsam…

Er hatte also eine Kamera dabei und hat uns erklärt, dass er von Fuji TV kommt und für eine innovative Sendung Beiträge aufzeichnet. Er hatte eine junge Japanerin dabei, die offenbar gerade ihre Gesangskarriere startet. Und zwar mit einem Song, den sie selbst singt und Musik aus dem Handy. Das lustige dabei ist, dass man verschiedene Instrumente selbst mit dem Handy nachmachen kann. Und zwar geht das so, dass die Kamera im Klapphandy (ist hier Standard) als Sensor genutzt wird. Wenn man seine Hand drüber bewegt (hoch und runter quasi), dann ertönen die Töne und die Melodie aus dem Lautsprecher. Er hat uns also drei Handys gegeben. Ich habe den Bass gezupft und die anderen Gitarre und Schlagzeug gespielt. Auf Kommando haben wir alle mehr oder weniger synchron die Start Taste gedrückt und dann mit tollen Posen losgelegt, während die Frau ihren Song gesungen hat. Er TV Mann hat das ganze dann gefilmt und wir mussten ordentlich performen …🙂

Er hat uns dann noch gedankt, seine Business Karte gegeben, wo die Adresse der Internetseite drauf steht, auf der das Video dann veröffentlicht wird. Wenn diese Ausgeburt der Peinlichkeit wirklich mal im Internet stehen sollte, werde ich vielleicht (aber nur vielleicht) den Link hier im Forum veröffentlichen… aber erstmal schauen. Ich kam mir sehr blöd vor… mitten in einem Park mit einem Handy Bass zu spielen🙂

Weiter gings danach zum Museum. Bevor wir da angekommen sind, hat uns noch ein Vertreter irgendeiner christlichen Vereinigung angehalten und zu einem Gottesdienst eingeladen. Ich muss echt mal sagen… mich hat in meinem Leben noch nie ein Buddhist, Taoist, Shintoist oder Islamist angesprochen, dass ich doch unbedingt seine heilige Schrift lesen soll oder zu einem Gottesdienst kommen soll. Aber vom Christentum werde ich mehrmals im Jahr verfolgt und angesprochen und „belästigt“. Die Zeugen Jehovas waren ja auch schon hier an meiner Tür… in der Stadt haben mich schon verschiedene christliche Sekten angesprochen… was ist nur los? Haben die solche Mitglieder Probleme, dass sie so dringend auf die Leute zugehen müssen? Vielleicht überdenken sie lieber mal ihre Ansichten, anstatt mir auf der Straße ihren Glauben näher zu bringen (besser gesagt, aufdrängen zu wollen, wenn sie mir die Bibel unter die Nase reiben).

Wir haben es dann tatsächlich noch ins Museum geschafft. Und das Museum war wirklich toll. Es gab viele praktische (physikalische) Experimente, die zwar eigentlich für kleinere Kinder gedacht waren, aber auch auf große Kinder eine große Anziehung ausgeübt haben. Die Technik- und Naturgeschichte Bereiche waren beide relativ umfangreich und mit vielen interessanten Exponaten besetzt. Ein paar Beispielphotos sollen das mal kurz verdeutlichen!

Ueno - 3       Ueno - 4

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Auf den Photos sieht man ein altes Flugzeug aus dem WW2, einen sehr alten Computer, den ersten japanischen Satelliten (wenn ich das richtig verstanden habe) und den CCD Sensor einer Digitalkamera im Vergleich zum Sensor in einem Satelliten.

In der Naturgeschichte Sektion haben wir uns ein bisschen über die Anhänger der Schöpfungstheorie unterhalten und beispielhaft die vorhandenen Fossilien und Evolutionsschritte vom Affen zum Menschen verteufelt🙂 Außerdem haben wir noch Jurassic Park gespielt… mit dem Hauptdarsteller namens Stan.

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Ich kann mir aber immer noch nicht erklären, wieso Mutter Natur (aka Evolution) den Sprung von Schuppen zu Federn gemacht hat, bzw. wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist. Absolut beeindruckend allerdings, wie sich die Lebewesen im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben…

Ueno - 9

Nach dem Museumsbesuch sind wir dann nach Akihabara weitergefahren um uns dort wegen Technik umzuschauen. Zuerst haben wir uns den EEE PC angeschaut. Ganz schön klein das Ding. Ziemlich leicht ist es auch. Mir sind die Tasten aber zu klein, um es wie ein Notebook zu benutzen. Für zwischendurch was schreiben, ist das sicherlich okay. Aber dafür kann ich auch einen PDA nutzen. Mit einem Notebook will ich problemlos und schnell Dokumente erzeugen und bearbeiten. Wenn man etwas dünnere Finger als ich hat, ist das aber sicherlich kein Problem. Relativ flott war er auch, trotz Windows Betriebssystem. Das Ding bootete sogar so schnell wie mein großes Notebook, unter 30 Sekunden vom Starten bis Windows da war. Mit Linux Betriebssystem soll der EEE PC sich noch flüssiger bedienen lassen. Alles in allem ein interessantes Konzept, mal sehen wie er auf Dauer ankommt. Asus hat ja schon eine ganze EEE Linie angekündigt.

Ansonsten haben wir noch wegen Kameras geguckt, Kamyar interessiert sich für eine Spiegelreflexkamera, ich habe meine Nikon wieder gefunden und sie mit der Canon SX 100 verglichen und später noch nach ein paar guten Kopfhörern geschaut. Im großen Kaufhaus direkt an der Bahnstation Akihabara kann man Stunden zubringen… aber wir wollten ja uns noch mit den anderen treffen, also sind wir dann ab los und gegen 20 Uhr tatsächlich in Shibuya angekommen.

Und was ich am restlichen Abend noch so gemacht habe, erfahrt ihr dann im zweiten Teil.


Veröffentlicht in Freizeit, Tokyo

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